„Wir sind der Katalysator für unsere Kunden“

Bernd Appel ist Geschäftsführer von Lufthansa Industry Solutions. Im Interview spricht er über den Einfluss der Digitalisierung auf die Arbeit einer IT-Beratung und über seine Agenda für die kommenden Jahre.

Herr Appel, Lufthansa Industry Solutions arbeitet mit unterschiedlichen Kunden aus diversen Branchen zusammen. Wie nehmen Sie den Markt wahr und was ist die größte Herausforderung?

Die Digitalisierung treibt momentan alle Unternehmen gleichermaßen um und damit auch uns. Schließlich ist die digitale Transformation hauptsächlich ein technologisches Thema. Nehmen wir das Mooresche Gesetz: Danach verdoppelt sich die Anzahl von Schaltkreiskomponenten rund alle 18 Monate. Dieser Technologiefortschritt ist die Grundlage für die digitale Transformation. Das Gleiche gilt für die Kommunikationsleistung, wo bald 5G auf LTE folgen wird. Auch Daten werden künftig immer intelligenter gespeichert. Aus diesen Entwicklungen entstehen immer mehr technische Möglichkeiten. Unternehmen sollten diese nutzen – oder sich aus guten Gründen dagegen entscheiden.

Worin sehen Sie Ihre konkrete Aufgabe?

Wir machen die neuen Technologien für unsere Kunden begreifbar und anwendbar. So helfen wir ihnen dabei, effizienter zu werden oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Nur die Technologie und ihre Grenzen zu kennen, reicht dafür aber nicht aus. Wir müssen auch das Geschäft und die Prozesse unserer Kunden verstehen. Deshalb konzentrieren wir uns mit unseren 1.200 Mitarbeitern bei Lufthansa Industry Solutions auch auf bestimmte Branchen.

Unser Ziel ist, die individuellen Geschäftsprozesse unserer Kunden zu verstehen. Nur so können wir sie gezielt beraten – und das ist unsere Leistung.

Bernd Appel, Geschäftsführer Lufthansa Industry Solutions

Ist diese Verbindung von Technologien und Branchen eines der Alleinstellungsmerkmale von Lufthansa Industry Solutions?

Ja. Wir fokussieren uns bewusst, um die individuellen Geschäftsprozesse unserer Kunden zu verstehen und nicht nur an der Oberfläche zu kratzen. Nur so können wir sie gezielt beraten – und das ist unsere Leistung. Wir können nicht für unseren Kunden denken, wir können ihm nur dabei helfen. Wir sind sein Katalysator und unterstützen ihn bei allem, aber wir nehmen ihm seine eigenen Entscheidungen nicht ab. Das ist unser Ansatz und dieses Verständnis ist als Beratungshaus elementar.

Die Wurzeln Ihres noch jungen Unternehmens liegen in der Luftfahrt. Spielt das eine Rolle?

Unsere Kunden nehmen den Namen Lufthansa als Marke positiv wahr. Lufthansa steht für Qualität und Zuverlässigkeit, sodass wir als Tochterunternehmen eine gute DNA haben. Davon profitieren wir als junge IT-Beratung, die es erst seit rund eineinhalb Jahren als eigenständiges Unternehmen gibt. Denn Zuverlässigkeit und Qualität sind wertvolle Eigenschaften, die wir als Berater besonders beherzigen müssen. 

Wir müssen noch schneller, noch wacher und noch agiler sein – nicht nur in den Projekten, sondern auch als Unternehmen.

Bernd Appel
Geschäftsführer Lufthansa Industry Solutions

Wie hat sich Ihre Arbeit durch die Digitalisierung verändert?

Die Digitalisierung verlangt immer stärker kleine, agile Projekte. Ein großer, internationaler SAP-Rollout ist inzwischen eher die Ausnahme. Die Kunden brauchen nicht mehr viele IT-Berater, sondern die richtigen – auch weil sich ihre Branchen durch die Einflüsse der digitalen Transformation immer schneller wandeln. Hinzu kommt die immense Bedeutung neuer Technologien. Das hat unsere Arbeit deutlich verändert. Wir müssen noch schneller, noch wacher und noch agiler sein – nicht nur in den Projekten, sondern auch als Unternehmen.

Ist das auch Ihre Agenda für die kommenden Jahre?

Ja, eindeutig. Wir müssen in der Organisation, in unseren internen Prozessen und Entscheidungen noch schneller werden, als wir es heute sind. Parallel dazu managen wir unser Wachstum. Natürlich ist es toll, dass wir wachsen. Dadurch bekommen wir viele neue Ideen und neues Know-how ins Unternehmen. Aber wir müssen sowohl den Markt und seine Veränderungen als auch unsere eigenen im Blick behalten. Umso wichtiger sind unsere vielen Geschäftsfelder. Diese kleinen Einheiten bilden das Rückgrat unseres Unternehmens. Die Geschäftsfelder fassen wir zwar zu Business Units zusammen, aber behalten die flachen Hierarchien bei, um agil zu bleiben. Den Gral des Unternehmertums, also den Antrieb, etwas zu unternehmen, dürfen wir auf keinen Fall aufgeben. 

Wohin möchten Sie das Unternehmen führen?

Wir möchten unsere Wachstumsstrategie mit unseren Fokusthemen Big Data, Industrie 4.0 und Internet of Things, IT Security, SAP-Services und -Beratung, mobile Lösungen sowie Collaboration Platforms fortsetzen. Vielfach wenden wir die Technologien und Methoden schon in unseren Projekten an. Allein beim Thema Internet of Things wird sich in den nächsten Jahren extrem viel tun, es steckt ja noch in den Kinderschuhen. Auch der Bedarf an IT Security steigt mit jedem Projekt im Bereich Big Data und IoT weiter an – das merken wir jetzt schon an der Nachfrage unserer Kunden. Hier werden wir uns verstärkt engagieren.

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