Windenergieanlagen Wartung 4.0

Die Wartungsprozesse in der Windenergiebranche sind komplex. Wachsende Ansprüche an Qualität, Sicherheit sowie die Nachweispflicht erhöhen den Aufwand zusätzlich. Vier Möglichkeiten, wie neue Technologien die Instandhaltung von Windkraftanlagen erleichtern und den störungsfreien Betrieb fördern:

1. Predictive Maintenance durch das Internet of Things

Das Internet of Things (IoT) wirkt sich nicht nur auf die Produktion, sondern auch auf die Wartungsprozesse aus. Denn der Einsatz von Sensoren und die Prozesssteuerung durch intelligente Komponenten beeinflussen auch die Instandhaltung. Beispielsweise ermöglichen Big Data Analytics die Mustererkennung und damit eine vorausschauende Wartung, sprich Predictive Maintenance. Das heißt, Bauteile werden ausgetauscht, bevor sichtbare Defekte auftreten beziehungsweise zum optimalen Zeitpunkt dem Überholungskreislauf wieder zugeführt. Der Zustand der Bauteile ist dabei immer in Echtzeit abrufbar.

Durch Predictive Maintenance werden die Lebenszyklen von Windkraftanlagen verlängert und effiziente Wartungskreisläufe etabliert. Als Teil des Instandhaltungskonzepts wird für die Windkraftanlage die effektive Pflege einer Lebenslaufakte möglich. Die Zuverlässigkeit einzelner Komponenten und Komponentengruppen kann damit einfach ausgewertet werden.

2. Mit RFID den Wartungszyklus optimieren

Der Einsatz von Radio Frequency Identification (RFID) vereinfacht die Arbeitsprozesse in der Wartung ebenfalls. Mithilfe dieser Technologie lassen sich Restlaufzeiten verbauter Komponenten leichter überwachen. Werden mit RFID ausgestattete Bauteile in öligen, feuchten Umgebungen eingesetzt, können zum Beispiel aufwendige Kontrollarbeiten vermieden werden. Zudem entfällt das Entziffern schwer lesbarer Barcodes. Indem zusätzlich Teile in komplexen Material-Pools mit Informationen über ihren Lebens- und Wartungszyklus versehen werden, kann in vielen Bereichen der Arbeitsaufwand um bis zu 90 Prozent reduziert werden.

3. Mobile Lösungen erleichtern technische Dokumentation

Mobile Lösungen bündeln alle erforderlichen Dokumente für die Wartung – darunter Datenblätter, Berichte und Arbeitsanweisungen – und unterstützen verschiedene Formate und Industriestandards. So erhalten Wartungstechniker jederzeit elektronisch die aktuellsten Informationen zu ihrem Auftrag auf einen Blick und können ihn darüber hinaus direkt mobil via Tablet oder Smartphone vor Ort bearbeiten und dokumentieren. Die Inspektion lässt sich mit der mobilen Lösung wesentlich schlanker nachweisen und die Prozessqualität steigt.

Erprobt sind derartige Lösungen für die technische Dokumentation bereits in der Luftfahrt mit ähnlich hohen Sicherheitsstandards wie in der Windenergiebranche. Dort bündelt das Content-Management-System EFOM (Electronic Flight Operations Manuals) von Lufthansa Industry Solutions unterschiedliche Dokumente und Informationen für Mitarbeiter, die diese direkt darüber bearbeiten können. Flugcrews, Bodenpersonal und MRO-Betriebe (Maintenance, Repair and Overhaul) haben mit der mobilen Lösung DocSurf Mobile jederzeit die richtigen Informationen auf dem Smartphone oder Tablet dabei.

4. Augmented-Reality-Systeme erleichtern Arbeitsschritte

Datenbrillen und Anwendungen für Augmented Reality werden Instandhaltungs- und Reparaturprozesse wesentlich vereinfachen. So können zum Beispiel Schaubilder und Anweisungen direkt in das Sichtfeld des Technikers eingeblendet werden. Gleiches gilt für sprachgesteuerte Prozesse. Auch sie haben das Potenzial, Arbeitsabläufe in der Wartung zu erleichtern, da Wartungsarbeiten und Dokumentation parallel vonstattengehen können. Lufthansa Industry Solutions hat mit der Sprachlösung von Honeywell bereits einen Prototyp für die sprachgesteuerte Inspektion von Hilfstriebwerken durchgeführt.

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