„SAP-Projekte funktionieren nur durch Teamwork“
– Volker Worthmann, Associate Director S/4HANA Migration, und Tilo Platz, SAP Technology Consultant, im Gespräch

Wie Unternehmen ihre Prozesse mit SAP S/4HANA optimieren und neue Geschäftsfelder erschließen können, erklären Volker Worthmann, Director Transport and Logistics, und Tilo Platz, Senior Technology Consultant SAP.

Herr Platz, Lufthansa Industry Solutions (LHIND) unterstützt Kunden verschiedenster Branchen bei der Migration ihrer SAP-Systeme. In welchen Branchen sind Sie hauptsächlich aktiv mit SAP HANA beziehungsweise S/4HANA-Projekten?

Tilo Platz: Das umfasst zunächst mal alle Branchen, in denen wir als Beratungshaus unsere Bestandskunden zu SAP-Themen betreuen. Um nur einige wichtige zu nennen: Industrie, Logistik, Medien oder auch Healthcare. Darüber hinaus erhalten wir derzeit aber auch Anfragen von Neukunden aus Branchen wie Versicherungen und dem Public Sector. Das liegt daran, dass die Business Suite S/4Hana optionale Kernlösungen für nahezu alle Geschäftsbereiche bereithält. Über die SAP-Plattformen lassen sich auch eigene Lösungen individuell entwickeln oder anpassen, die vom Baukastenprinzip abweichen können.

Das klingt nach vielen spannenden Erfahrungen. Tauschen Sie sich mit Kunden und Kollegen regelmäßig über Ihre laufenden SAP-Projekte aus?

Tilo Platz: Selbstverständlich, beispielsweise war ich dieses Jahr auf dem SAP Healthcare Forum, einem SAP-Kongress, der einmal jährlich stattfindet. Im Auditorium sitzen alle namhaften IT-Leiter der SAP-Kunden im Bereich Healthcare. Die großen Kliniken setzen weitestgehend alle auf SAP. Viele der Kunden machen sich gerade ganz konkret Gedanken über den richtigen Übergang nach SAP S/4HANA, manche haben auch schon erste Schritte in diese Richtung unternommen und brauchen nun kompetente Unterstützung bei der Umsetzung. Es ist wichtig, seine Gedanken zu spiegeln, zu schauen, wie wurde in erfolgreichen S/4HANA-Projekten vorgegangen und welche Best Practices kann man selbst anwenden. SAP stellt zwar einen großen Baukasten zur Verfügung, aber am Ende sieht jede unternehmenseigene SAP-Lösung anders aus und hat ihre eigenen Spezifika, je nach Umfeld und Prozess, den es zu optimieren gilt. Bei Vorträgen auf Kongressen und Events bekomme ich wertvolles Feedback von unseren Kunden. Und es entstehen auch neue Projekte.

Und wie wird aus einem Projekt ein erfolgreiches Projekt? 

Volker Worthmann: Am Ende wird der Geschäftserfolg auch im Bereich SAP von Menschen gemacht – darin sind wir richtig gut. Das bekommen wir von unseren Kunden oft zurückgespielt. Vor jedem Projekt müssen wir unser jeweiliges Team so aufstellen, dass es uns und, noch viel wichtiger, den Kunden überzeugt. Bei uns gibt es unter Kollegen kein Mauern, sondern eine große Hilfsbereitschaft.

Wie sieht ein überzeugendes Team denn aus?

Volker Worthmann: Das hängt immer vom konkreten Arbeitsauftrag ab. Allgemein kann man aber sagen, dass in unseren Teams drei Gruppen von Leuten enthalten sein sollten. Zum einen braucht es Kolleginnen und Kollegen, die betriebswirtschaftlich total fit sind. Diese sprechen zum Beispiel mit den Controllern der Kunden darüber, wie die Unternehmensprozesse aufgebaut sind und wie sie im Rahmen des Change Managements optimiert werden sollen. Dafür müssen sie auch genau wissen, wie ein SAP-System funktioniert. Auf der nächsten Ebene sehe ich den typischen Modulberater, der genau weiß, wie er zum Beispiel Sales und Distribution macht. Er kennt die fünf oder sechs Varianten, mit denen die Prozesse im System angepasst/customized werden. Außerdem kann ein Modulberater auch mit den SAP-Programmen umgehen. Diese Gruppe ist die Schnittstelle zwischen dem Business und den IT-Experten. Letztere verstehen die Technologie, können administrieren, haben viel Infrastrukturwissen und Programmier-Skills.

Und welchen Gruppen würden Sie beide sich zuordnen?

Volker Worthmann: Ich komme deutlich von der Business-Seite. Ich weiß auch, wie man programmiert, habe diese Fähigkeit aber nie perfektioniert.

Tilo Platz: Ich bin eher der Generalist, verstehe aber SAP-Technologie sehr umfassend nach jetzt knapp 20 Jahren im Job. In den letzten Jahren ist dann auch ein besseres Verständnis über die Geschäftsprozesse in SAP hinzugekommen. Beides zusammen ergibt dann ein rundes Bild. 

Volker Worthmann: Beide Skills zu haben, ist natürlich von Vorteil, aber wir brauchen auch Spezialisten mit Detail-Know-how in den S/4HANA-Projekten.

Tilo Platz: Man kann einem Kunden als Generalist schon einmal einen Überblick über den Prozesspfad geben, aber je tiefer man einsteigt, desto mehr Fach- oder Branchenexpertise wird benötigt. Es geht also nicht ohne gestandene Experten, beispielsweise für Finanzbuchhaltung, Logistik, Warenwirtschaft oder Personalwirtschaft. Umfasst das Projekt zudem Spezialthemen wie Immobilienmanagement, Vertrieb oder spezifische Branchenlösungen, kommen da auch noch weitere Experten hinzu. SAP-Projekte sind Teamarbeit. Es gibt auf der ganzen Welt niemanden, der so ein komplexes Projekt wie eine S/4HANA-Transformation alleine stemmen könnte.
Die unterschiedlichen Expertisen, die bei einer S/4HANA-Neueinführung oder einer SAP-ERP-Transformation nach S/4HANA zusammenkommen, sind auch ein Beleg dafür, wie vielseitig diese Plattform eingesetzt werden kann. Sie bietet Optimierungs- und letztlich auch finanzielles Einsparungspotenzial in nahezu sämtlichen Unternehmensbereichen, egal ob Controlling, Marketing, Finance, Vertrieb, Personal oder Produktion – und das branchenübergreifend.

SAP Intelligent Enterprise Consultant - S/4HANA (m/w/divers)

Als SAP Intelligent Enterprise Consultant - S/4HANA (m/w/divers) beraten Sie unsere Kunden umfänglich über die Nutzung neuer Software und Komponenten von SAP, insbesondere S/4HANA. Der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit liegt auf der Konzeption, Transformation/Upgrade oder Neuimplementierung von S/4HANA für unsere Kunden.

Sie arbeiten in agilen Teams mit Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher Schwerpunkte zusammen und entwickeln Lösungen zur effizienten Nutzung der Software. Durch unsere Partnerschaft mit SAP erhalten Sie aktuelle Informationen zu SAP-Produkten und -Entwicklungen.

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Wie messen Sie den Erfolg einer Migration?

Volker Worthmann: Das Minimalziel ist, dass man die vereinbarten Prozesse in der neuen SAP-Umgebung zum Laufen bringt und alle benötigten Informationen stabil zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollte man aber im Rahmen der Transition prüfen, ob Anpassungen der Prozesse auf veränderte Marktsituationen nötig sind. Dies ist häufig der Fall, weil die etablierten Prozesse oftmals schon recht alt sind, gleichzeitig die Ansprüche aus Digitalisierung und verändertem Kundenverhalten – beispielsweise Social Media, Online-Shopping usw. – zum Teil erhebliche Veränderungen auch der IT erfordern. Die größte Herausforderung für die Unternehmen besteht somit darin, auf neue Marktsituationen zu reagieren, neue Geschäftsfelder zu erschließen und die internen Prozesse daraufhin anzupassen. Mit seiner Anpassungsfähigkeit und dem hohen, skalierbaren Individualisierungsgrad stellt S/4HANA eine gute und zuverlässige Plattform für solch einen Umbau dar, die sich auch an die sich schnell wandelnden Ansprüche im IoT-Sektor anpassen lässt. Ob dieser Umbau von Erfolg gekrönt ist, kann das Unternehmen bestimmen, indem es Kenngrößen für die Messung definiert. Darunter fallen in der Produktion zum Beispiel klassische Kenngrößen wie Lagerbestände oder Durchlaufzeiten. Ganz andere Herausforderungen hat man heute aber auf der Vertriebsseite, wo es gilt, den Kunden besser zu kennen, die Vertriebskanäle miteinander zu kombinieren und damit den Vertriebserfolg zu erhöhen – oder kurz gesagt: ob man mithilfe der SAP-Prozesse Geld verdient. Wir unterstützen die Unternehmen bei dieser Transformation.

Ist es heute schwieriger, neue beziehungsweise veränderte Unternehmensprozesse in einem SAP-System umzusetzen?

Tilo Platz: Nein, es gilt nur, mehr Faktoren und mehr Komplexität zu berücksichtigen. Früher hatten Unternehmen beispielsweise nur wenige etablierte Vertriebskanäle. Heute im Zeitalter von Online-Marktplätzen und anderen Plattformen sind es deutlich mehr. Auch Social Media hat vor zehn Jahren kaum eine Rolle für betriebswirtschaftliche Kernsysteme wie SAP ERP gespielt. Wenn ein Unternehmen sich Richtung SAP S/4HANA auf den Weg macht, sollten sich die Verantwortlichen vorher fragen, wie habe ich mich, wie haben mein Umfeld und SAP sich verändert, welche neuen Lösungen und Produkte bietet SAP inzwischen an, die ich nutzen kann oder zukünftig sogar werde einsetzen müssen. Oft ist die Bandbreite an potenziellen Lösungen von SAP S/4HANA für diese Unternehmen nicht absehbar. Da hilft uns als externem Dienstleister noch einmal der Blick von außen auf diese Unternehmen.
Innovation spielt bei der Optimierung und Automatisierung der Businessprozesse eine entscheidende Rolle und daher sind wir als IT-Beratung auch offen für neue Kolleginnen und Kollegen, die Seite an Seite mit unseren SAP-Experten in interessanten Projekten arbeiten wollen. Wir suchen sie alle, Studienabgänger, Quereinsteiger und Experten.

Und was erwartet die neuen Mitarbeiter bei LHIND?

Volker Worthmann: Man wird zu Beginn in ein Team aufgenommen, bekommt möglichst schnell eigene Aufgaben und Verantwortung. Die kann auch zügig zunehmen. In unseren Teams herrscht eine gute Mischung aus jugendlichem Elan und jahrelanger Erfahrung.

Tilo Platz: Am interessantesten und wertvollsten sind gerade zu Beginn die SAP-Projekte bei unseren Kunden. Kurz gesagt: Praxis schlägt Theorie! Natürlich kann man jemanden vor ein Demosystem setzen oder bei SAP zu einer Schulung schicken. Wirklich viel lernt man aber in Kundenprojekten – das ist der Alltag, da gewinnen sie Erfahrung, das ist wertvoll für ihren weiteren Berufsweg. Und genau diese Art von Projekten können wir bieten.

Zur Person

Volker Worthmann ist als Associate Director S/4HANA Migration bei Lufthansa Industry Solutions am Standort Norderstedt tätig. Er absolvierte ein Diplomstudium zum Wirtschaftsingenieur in Hamburg. Seit 1997 arbeitet er für die Lufthansa Group. 

Tilo Platz arbeitet als SAP Technology Consultant bei Lufthansa Industry Solutions in Norderstedt. Nach dem Abschluss eines Diplomstudiums in den Wirtschaftswissenschaften in Hamburg zog es ihn 2001 zu Lufthansa Industry Solutions.