„Die SAP Cloud Platform ist unfassbar vielseitig“
– Christian Schreier, Associate Director SAP Cloud Platform & Analytics, im Gespräch

Welche Vorteile die SAP Cloud Platform bei der Wartung von Flugzeugen bietet, erklärt Christian Schreier, Associate Director SAP Cloud Platform & Analytics, im Interview.

Herr Schreier, Sie beschäftigen sich mit der SAP Cloud Platform (SCP) und damit, wie Unternehmen aller Branchen vom Einsatz von SAP-Cloud-Lösungen profitieren können. Was ist das spannendste Projekt, an dem Sie derzeit arbeiten?

Ich erarbeite aktuell in einem Team mit sieben Kollegen eine Software zur Optimierung der Ersatzteilbeschaffung für ein MRO-Unternehmen (Maintenance, Repair and Overhaul) aus der Luftfahrtbranche. Dazu gehören sämtliche Flugzeugkomponenten vom Seitenruder bis zur Kaffeemaschine. Die Software soll die Mitarbeiter unseres Kunden dabei unterstützen, die benötigten Teile zusammenzustellen, Anfragen an Lieferanten zu stellen oder den Preis für die Ersatzteile zu ermitteln.

Das klingt kompliziert. Wie kann man sich das in der Praxis vorstellen?

Mechaniker tauschen regelmäßig Komponenten aus. Damit dies zeitnah und reibungslos erfolgen kann, ist eine zuverlässige Lagerhaltung und Bevorratung der Ersatzteile notwendig. Die Lagerverwaltung erfolgt über das ERP-System. Es übermittelt unter anderem die relevanten Bestandsdaten und die Daten aus dem ebenfalls im ERP-System abgebildeten Einkaufsprozess automatisch an die SAP Cloud Platform. Dort ist die von uns entwickelte Applikation sozusagen als Erweiterung des ERP-Systems implementiert. Diese unterstützt bei der Preisfindung für die zu beschaffenden Komponenten.

Wenn die Software bei der Preisfindung unterstützt, wer trifft dann die finale Entscheidung?

Die finale Entscheidung trifft immer ein Mitarbeiter. Dieser kann die Einzelteile in Pakete zusammenfassen, um dann bei den Lieferanten Rabatte auszuhandeln. Auch dabei leistet die Software einen wichtigen Beitrag: Sie kalkuliert mithilfe von Algorithmen den möglichen Gesamtpreis für das Paket und hilft dem Mitarbeiter dadurch bei der Auswahl des Anbieters. Nach dem Einkauf unterstützt die Software bei der Bewertung der Lieferanten. Ein wichtiger Faktor ist, ob sie ihre Lieferfristen einhalten. Dies bezieht die Software ebenfalls in ihre Berechnungen mit ein.

„Wir arbeiten nach dem Prinzip „Keep the core clean“. Für den Kunden bedeutet das: Wenn nach Inbetriebnahme der Software ein Upgrade des ERP-Systems erfolgt, hat dies wenig Einfluss auf die von uns entwickelte Applikation.“

Christian Schreier, Associate Director SAP Cloud Platform & Analytics

Das klingt nach einem Mammutprojekt mit vielen Abhängigkeiten. Warum kommt hierbei gerade die Cloud Platform von SAP zum Einsatz? 

Die SCP bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Dazu gehört, dass wir das ERP-System des Kunden nicht verändern müssen. Wir setzen die SCP bei diesem Projekt als Erweiterungsplattform ein, auf der uns verschiedene Services zur Entwicklung der Software zur Verfügung stehen und bei der wir nicht auf eine Programmiersprache eingeschränkt sind. Wir arbeiten nach dem Prinzip „Keep the core clean“. Für den Kunden bedeutet das: Wenn nach Inbetriebnahme der Software ein Upgrade des ERP-Systems erfolgt, hat dies wenig Einfluss auf die von uns entwickelte Applikation. Sie funktioniert genauso reibungslos wie zuvor. Früher hätte man sie direkt, mit der Programmiersprache ABAP, in das ERP-System implementiert, was durch enge Abhängigkeiten bei einem Upgrade zu Problemen mit der Applikation führen kann. Mit der SCP und durch eine lose Kopplung bleibt das ERP-System upgradefähig.

Ein weiterer Pluspunkt: Die für diesen Prozess benötigten enorm großen Datenmengen sind in der SAP HANA In-Memory-Datenbank abgespeichert. Diese bietet eine ausgezeichnete Performance, um Daten in Echtzeit auszuwerten. Darüber hinaus sind wir bei der Entwicklung nicht festgelegt auf eine Programmiersprache oder Entwicklungsumgebung. Wir haben uns für Java mit Spring Boot entschieden und haben auch die bereits für andere Projekte verwendete CI/CD-Umgebung vollständig nutzen können. Außerdem stellt die SAP Cloud Platform die entsprechenden Wechselkurse für Währungen bereit, wodurch die Applikation die Angebote der Lieferanten noch besser miteinander vergleichen kann. Die SCP ist unfassbar vielseitig.

SAP Intelligent Enterprise Technology Consultant / Developer (m/w/divers)

Als SAP Intelligent Enterprise Technology Consultant / Developer (m/w/divers) beraten Sie unsere Kunden umfänglich über die Nutzung neuartiger Technologien (wie KI, IoT, Analytics oder Blockchain) im SAP-Umfeld. Dabei setzen Sie Ihre Kenntnisse in modernen IT-Architekturen ein, um aus einer Kombination von Standardservices und Individualentwicklung optimale Lösungen für unsere Kunden zu schaffen.

Sie arbeiten in agilen Teams mit Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher Schwerpunkte zusammen und entwickeln Lösungen zur Steigerung von Produktivität, Transparenz und Kundennutzen. Durch unsere Partnerschaft mit SAP erhalten Sie stets aktuelle Informationen zu SAP-Produkten und -Entwicklungen.

Zur Stellenausschreibung

Sie klingen sehr überzeugt, wenn Sie von SAP-Software sprechen. War das schon immer so?

Nein, im Gegenteil. Während meines Studiums der Wirtschaftsinformatik habe ich damals an unserem Standort in Wetzlar ein berufspraktisches Semester absolviert. Ich hatte von vielen Vorurteilen gegenüber SAP-Software gehört und wollte in der Praxis herausfinden, ob sie gerechtfertigt sind. Das Ergebnis war anders als erwartet. Denn die Vorteile, die SAP-Software bietet, waren nicht von der Hand zu weisen. Dass mich SAP so überzeugt, hätte ich nicht gedacht.

In den vergangenen Jahren hat es einen großen Wandel bei SAP gegeben. Es sind immer wieder neue Technologien und Konzepte eingesetzt worden. Das hat mich sehr fasziniert und ich bin deshalb am Ball geblieben. Heute bin ich Associate Director für das Geschäftsfeld SAP Cloud Platform & Analytics. 

Zur Person

Nach einem Studium der Wirtschaftsinformatik begann Christian Schreier im Jahr 2008 seine Karriere als SAP-Berater bei Lufthansa Industry Solutions in Wetzlar. Seit 2018 leitet er als Associate Director das Geschäftsfeld SAP Cloud Platform & Analytics in Norderstedt.